GR 221 – VON VALLDEMOSSA NACH DEIÀ

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GR 221 von Valldemossa nach Deià ist frei

Ein Teil der früheren Reitwege des Erherzogs benötigen seit 2016 eine Genehmigung, nicht jedoch der Camí de s’Arxiduc. Eine Genehmigung für die Wanderstrecke, die linker Hand vom Camí de s’Arxiduc liegt, kann man per E-Mail unter: valldemossa@procustodia.org erhalten.

 

Roter Bereich links benötigt Genehmigung, NICHT der Camí de s’Arxiduc:

GR 221 - Camí de s'Arxiduc - Reitweg

 

Der Wanderweg Camí de s’Arxiduc

Das Teilstück Camí de s’Arxiduc von Valldemossa nach Deià, war einst der Reitweg des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator. Auf Mallorca zählt Ludwig Salvator zu den bekanntesten Einwanderern des 19. Jahrhunderts. Unter Wanderern ist er für seine Reitwege, in den Bergen der Serra de Tramuntana, bekannt. Diese hatte der Erzherzog großflächig ausbauen lassen. Er unterhielt sogar ein Refugio für Wanderer, in dem man drei Tage kostenlos Übernachten und Essen konnte.

 

Der Wanderweg Camí de s’Arxiduc zwischen Valldemossa und Deià, der einst der Reitweg des Erzherzoges war, ist heute einer der bedeutendsten Wanderstrecken der Insel, und beherbergt die vom Aussterben bedrohten und weltweit einmaligen Mönchsgeier, die durch die Organisation Muntanya del Voltor geschützt werden. Mehrere private Landbesitzer haben sich in dem Projekt Muntanya del Voltor zusammengeschlossen, um diesen Landstrich in seinen ursprünglichen naturbelassenen Zustand zurückzuversetzen.

 

Ludwig Salvator, Erzherzog von Österreich

Der Erzherzog Ludwig Salvator war ein Habsburger, geboren 1847 in Florenz, gestorben 1915. Erzherzog Ludwig Salvator war der Neffe von Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sissi). Er wuchs in Italien auf und war Natur- und Sprachenforscher sowie Reisender. Der Erzherzog von Österreich lebte eine Zeit lang in Ägypten und Frankreich.

 

Mit 20 Jahren besuchte er zum ersten Mal Mallorca, bevor er mit 22 Jahren auf der Insel ansässig wurde. Zur gleichen Zeit begann er seine Forschungsarbeit über die Balearen „Die Balearen in Wort und Bild“, ein sieben-bändiges preisgekröntes Werk, veröffentlicht von Brockhaus, Leipzig 1870-1891. In kurzer Folge kaufte er mehrere Großgrundbesitztümer, eines davon ist heute im Besitz von Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones. Ludwig Salvator oder Archiduque Luis Salvador, wie ihn die Mallorquiner nennen, besaß die gesamte Serra de Tramuntana zwischen Valldemossa und Deià, wobei das eher bescheidene Anwesen Son Marroig zu seiner Residenz wurde.

 

Son Marroig

…liegt auf der Landstraße zwischen Valldemossa und Deià. Besichtigung möglich. Hier beginnt der Wanderweg von Son Marroig zur Halbinsel Sa Foradada.

 

Wanderweg Son Marroig nach Sa Foradada

Blick auf die Halbinsel Sa Foradada vom Camí de s’Arxiduc:

Mallorca, Sa Foradada

Prinzessin Sissi hat den Erzherzog Ludwig Salvator einmal auf seinem Großgrund besucht. Die Anlegestelle des Erzherzogs, an der auch die Kaiserin an Land ging, kann man heute noch auf der bekannten Halbinsel Sa Foradada, mit dem Loch in der Felsformation, besuchen. Ein Spaziergang auf breit ausgebauten Fahrwegen führt den Besucher vom Anwesen Son Marroig, des Erzherzogs Ludwig Salvator, bis hinunter zur Anlegestelle. Einfach hinter dem Anwesen Son Marroig übers Gatter steigen und dem breiten Schotterweg durch Olivenhaine folgen, bis Sie nach circa 1,5 Stunden auf eine kleine Bar mit Blick auf Sa Foradada treffen.

Karte, Höhenprofil und Fotos vom Wanderweg Son Marroig nach Sa Foradada: outdooractive.com

 

Anekdote

Ludwig Salvator soll zu den wenigen Übersiedlern gehört haben, die sich in die mallorquinische Gesellschaft integrierten. Einen großen Teil seines literarischen Werkes schrieb er auf Katalanisch und widmete es der Insel. Sein guter Ruf bleibt bis heute beispiellos. Er soll ein sehr loyaler Arbeitgeber gewesen sein. Seine Angestellten sollen noch lange Zeit nach seinem finanziellen Ruin ohne Bezahlung bei ihm geblieben sein. Adeliges Geplänkel waren wohl weniger nach seinem Geschmack. Er kleidete sich schlicht und soll sich den Mallorquinern angepasst haben. Er soll einmal eine Einladung vom spanischen Hof mit ausdrücklicher Kleiderordnung erhalten haben, an die er sich dann auch gehalten haben soll. Zu Tisch soll er sich dann den Inhalt einer Soßiere in seine Anzugtasche gegossen haben, mit den Worten „Mein Anzug hat gegessen.“.

Weiterführende Literatur zu Ludwig Salvator

 

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