GESUNDHEIT || Transgenerationale Traumatisierung

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Transgenerationale, auch generationsübergreifende Traumatisierung betrifft in Deutschland jede Familie. Wer es schafft das Thema mutig anzugehen und aufzuarbeiten, hat gute Chancen den Teufelskreislauf zu unterbrechen und der nächsten Generation eine liebevolle erfüllte Kindheit und Jugend frei von Traumatisierungen zu ermöglichen. Es gibt noch keine Garantie dafür, dass es nicht zu Traumata durch Missbrauch durch Dritte oder durch schwere Unfälle kommen kann, jedoch laufen nicht traumatisierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene weniger Gefahr im weiteren Verlauf ihres Lebens traumatisiert zu werden.

 

Transgenerationale Weitergabe von Traumata – „Das war schon immer so“

 

Transgenerationale Traumatisierung | Wer bin ich?

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten der generationsübergreifenden Weitergabe von Traumata:

 

I. Es gibt die epigenetische Ebene der transgenerationalen Traumatisierung: also die Vererbung der Stressregulation durch Gene.

 

II. Zudem die Weitergabe von Stresskrankheit, zum Beispiel durch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) von der geschädigten Mutter oder dem geschädigten Vater auf das Kind.

 

III. Zusätzlich werden unreflektierte Verhaltensweisen und Ideologien von den Eltern auf das Kind von Generation zu Generation übertragen.

 

Das eigene Verhalten hinterfragen und reflektieren lernen

„Therapie hilft die Folgen schwerer Traumatisierung spürbar zu verringern und den Teufelskreis der transgenerationalen Traumaübertragung zu durchbrechen. Je früher die Behandlung einsetzt, desto erfolgreicher ist sie. Doch die Gesellschaft muss es wollen, damit solch schlimme Wunden nicht als seelische Narben weitervererbt werden. Und sie muss dafür Sorge tragen, dass Kriege und jegliche Gewalt, auch im Sinne der Nachgeborenen tunlichst vermieden werden.“ (arte Beitrag: https://www.youtube.com/).

 

Die Frage nach dem Sinn des Lebens – Die Evolution könnte die Antwort sein

 

Transgenerationale Traumatisierung | Evolution

 

Das Leben ist schön, zumindest, wenn man sein Trauma überlebt und darüber hinauswächst. Wer es schafft sein/e Trauma/ta zu überwinden, hat die Chance daran zu wachsen. Das Erbgut wird durch Traumata verändert, diese Erkenntnis gilt als gesichert. Ich gehe davon aus, dass es durch Traumata auch zu positiven Anpassungserscheinungen in der Evolution kommt. Salopp nach dem Motto: was dich nicht umbringt, macht sich stark, nennt man positive Anpassungserscheinungen nach einem Trauma posttraumatisches Wachstum.

 

Man muss dazu allerdings eindeutig die verschiedenen Traumatisierungen unterscheiden. Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch in der Kindheit durch den Vater oder die Mutter beispielsweise könnten die Theorie über das posttraumatische Wachstum für einen schlechten Scherz halten, zu groß sind die Wunden und Narben über das Erlebte. Die Betroffenen entwickeln vielfach schwere Suchterkrankungen wie Alkoholabhängigkeit, Heroinsucht uvm., die letztendlich im Tod enden. Die Mehrzahl der Opfer von schwerer sexueller Gewalt schafft es nicht das Trauma zu überwinden. Viele von ihnen richten sich selbst zugrunde. Vor allem diejenigen, die in der Kindheit sexuellen Missbrauch durch die Mutter oder den Vater erfahren haben.

 

Transgenerationale Traumatisierung

 

„Die Expertise zeigt die enorme Dimension von sexueller Gewalt“

Heißt es in einem Artikel der Welt. „Dennoch sei diese „weiten Teilen von Politik und Bevölkerung offenbar bis heute nicht bewusst.“ Auch Fegert beklagte, Missbrauch werde noch immer als „Randerscheinung und nicht als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ wahrgenommen.“ Kindesmissbrauch ist ein weit verbreitetes Delikt und Haupttatort ist, auch nach Einschätzung von Experten, die Familie. (https://www.welt.de/Kindesmissbrauch-weiter-verbreitet-als-angenommen.html)

 

„Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 18 Millionen Minderjährigen aus, die in Europa von sexueller Gewalt betroffen sind. Das sind auf Deutschland übertragen rund eine Million Mädchen und Jungen. Dies bedeutet, dass etwa 1 bis 2 Schülerinnen und Schüler in jeder Schulklasse von sexueller Gewalt durch Erwachsene betroffen sind.“ (PDF-Download: https://beauftragter-missbrauch.de/pdf/Pressemitteilungen/2017/)

 

 

Auch Männer sind vielfach betroffen und auch Frauen sind Täter

Die arte hat hier meiner Meinung nach einen guten Beitrag geleistet. Noch besser wäre er, wenn er auch die betroffenen Männer, die Opfer von sexueller Gewalt werden, berücksichtigen würde. Die Dunkelziffer bei Männern ist um ein Vielfaches höher als bei Frauen.

 

Überdies zeigen neueste Studien, dass in Deutschland etwa jeder Siebte Erwachsene sexuelle Gewalt in der Kindheit erlebt hat. „Besonders häufig stammt der Täter aus der eigenen Familie.“ „Die Opfer haben doppelt so häufig Bluthochdruck, dreimal so häufig Diabetes, viermal so häufig einen Herzinfarkt und sechs mal so häufig Krebs.“ „Risiken, die sich auch auf die Kinder vererben können.“ (arte Beitrag: https://www.youtube.com/).

 

Transgenerationale Traumatisierung

 

Liebe Männer traut euch das Thema mit Experten anzugehen und ihr werdet überrascht sein wie viele davon betroffen sind. Ihr seid nicht allein. Ich möchte auch alle betroffenen Männer ermutigen sich diesem Thema zu öffnen. Wer sich dieser Problematik stellt, verdient den größten Respekt.

 

Aktuell jeder siebte Erwachsene

Einschätzungen zum Dunkelfeld werden durch wissenschaftliche Untersuchungen möglich. Zwei neuere deutsche repräsentative Studien kommen zu dem Ergebnis, dass etwa jeder siebte bis achte Erwachsene in Deutschland in seiner Kindheit und Jugend sexuelle Gewalterfahrungen machen musste. Diese Zahl ist nur bedingt auf heutige Kinder und Jugendliche zu übertragen. Zum einen wurden keine Kinder befragt und zum anderen ist nicht bekannt, ob die veränderten Risiken der heutigen Kindheit Einfluss auf die Häufigkeit von sexueller Gewalterfahrung haben.“ (https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/was-ist-sexueller-missbrauch/zur-haeufigkeit-von-sexuellem-missbrauch/)

 

Transgenerationale Traumatisierung | Good Morning Antarktika

 

Burnout und Persönlichkeitsstörung, na klar!

„Das kommt vom Stress.“ ist bereits jetzt der Satz des 21. Jahrhunderts. Nur von welchem Stress? Der Beitrag der arte macht auch deutlich wie häufig Traumata vorkommen. Dies würde die Volkskrankheit erklären, die derzeit im Volksmund als Burnout bekannt ist. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Ausbrennen, also der Zustand totaler Erschöpfung. Viele wissen nicht, dass es sich bei einem Burnout unverblümt gesagt um eine Depression handelt. Burnout klingt für die Betroffenen nur häufig besser, denn es soll zum Ausdruck bringen, dass man nicht psychisch krank ist, sondern nur zu viel gearbeitet hat.

 

Augenscheinlich könnte es sich in den meisten Fällen um eine Traumafolgestörung handeln, denn zu dieser zählen unter anderem Depressionen und Angststörungen. Tatsächlich suchen Männer häufig die Arbeit, um von der traumatischen Gewalterfahrung zu fliehen. Diese Unterdrückung der eigenen Gefühle und die Verdrängung der Gewalterfahrung führen in den meisten Fällen zu den oben beschriebenen Erkrankungen. Also bitte ehrlich hinschauen: Welche Ursache hat meine Erkrankung?

 

Transgenerationale Traumatisierung

 

Als Begleiterscheinung wird heute zu gern noch die Persönlichkeitsstörung von Ärzten und Therapeuten mit diagnostiziert. Ich frage mich, wenn schätzungsweise 98% der Weltbevölkerung im Erwachsenenalter eine Persönlichkeitsstörung aufweist: Ist dies dann noch eine Störung oder nicht eher der Normalzustand? Demnach würden annäherungsweise 98% der Weltbevölkerung im Erwachsenenalter eine psychische Störung aufweisen. Folglich wären gerade einmal 2% der erwachsenen Weltbevölkerung gesund, rein hypothetisch.

 

Die Definition für Gesundheit laut WHO

Wenn man dann noch die Definition für Gesundheit von der WHO hinzuzieht: „ein Zustand von vollständigem physischen, geistigen und sozialen Wohlbefinden, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet“. Puh! Also dann sind nach der WHO überspitzt gesagt schätzungsweise 100% der gesamten Weltbevölkerung, das heißt auch Kinder nicht gesund. Am Ende müssen wir wohl die Definition von Störung, Krankheit und Gesundheit in Frage stellen. Nach meiner Beobachtung beschreibt die Definition der WHO ein Idealbild, das es zu erreichen gilt.

 

Transgenerationale Traumatisierung | Ein Herz aus Gold

 

Ein Herz aus Gold – A Heart of Gold

Am 27. November 1998 starb mein geliebter Vater mit 36 Jahren an einem Herzinfarkt. Am 27. November 2018 ist sein 20. Todestag. Bis heute bin ich von der tiefen Trauer über den Tod meines Vaters erschüttert. Wenn ich könnte würde ich meinem Vater ein Denkmal setzen und Yes We Can: mit diesem Beitrag. Ich danke dir deine Liebe Papa. Durch meinen Vater habe ich gelernt wie großartig, liebenswert und sensibel Männer sind. So, wie es mein Vater war. Ich möchte alle Menschen einladen am 1. Advent das Grab meines Vater zu besuchen.

 

Und wie die Sonne bricht durch trübste Wolken,
so strahlt aus niedrigstem Gewand die Ehre.

William Shakespeare

 

Mein geliebter Vater

Clemens Böttger alias Micha

liegt auf dem schönen Friedhof in der

Rahnsdorfer Str. 30

12623 Berlin

Vielen Dank.

 

 

Deine Prinzessin

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